Archetypen & Personas für noch besseren Content

Unsere Welt ist komplex, und privat wie beruflich versuchen wir alle, den Überblick zu behalten. Wenn wir unsere (potenziellen) Kunden ansprechen wollen, ist es schwer, den richtigen Ton zu treffen, wenn sie für uns nur eine unpersönliche Masse sind.

Wir müssen sie so gut kennen wie möglich, um jedem zu jeder Zeit die passende Botschaft zu senden, um etwas zu finden, das ihn gerade interessiert. Daher gibt es unzählige Methoden, die Menschen zu kategorisieren, sie in Gruppen einzuteilen. Alle sollen uns helfen, die jeweils richtige Botschaft zu finden.

Bekannte Beispiele für solche Systeme sind die Sinus Milieus oder auch die Limbic Types. Sie versuchen, die Konsumenten in Gruppen zu ordnen, die ähnliche Interessen, Motivationen und Eigenschaften haben.

Sehr viel älter ist das Konzept der Archetypen. Ein Archetyp ist ein idealtypisches Bild, ein Muster, das alle Menschen kennen.

Foto Heldenstatue

Der klassische Held ist einer der bekanntesten Archetypen.

Archetyp ist ein Begriff aus der Philosophie, der im 20. Jahrhundert vom C.G. Jung in die Psychologie eingeführt wurde. Er beschreibt Grundstrukturen menschlicher Vorstellungs- und Handlungsmuster, die so allgemeingültig sind, dass wir sie in allen Kulturen wiederfinden.

Heute werden Archetypen vielfach eingesetzt, um die Personen in Theaterstücken, Filmen und Romanen zu beschreiben. Autoren und Drehbuchschreiber haben die Archetypen als effektives Werkzeug entdeckt, um einen spannenden Handlungsverlauf zu konstruieren und glaubwürdige Charaktere zu erschaffen.

Archetypen für Marken

Hier wird das Konzept auch fürs Marketing interessant. Bekannt wurde es 2001 durch das Buch The Hero and the Outlaw: Building Extraordinary Brands Through the Power of Archetypes 2001 von Margaret Mark und Carol S. Pearson.

Darin werden die Archetypen nicht für die Kunden eingesetzt, sondern die Idee dabei ist, einen Archetypen für das Unternehmen selbst zu wählen. Das heißt, man überlegt sich, wie man als Unternehmen wahrgenommen werden will, für welche Werte man steht.

Bekannte Archetypen sind zum Beispiel:

  • Der Held – traut sich, geht voran, rettet andere. Unternehmen, die sich so präsentieren sind Nike oder FedEx.
  • Der Narr – nimmt nichts ernst, ist immer zu Späßen aufgelegt, bringt andere zum Lachen. Unternehmen, die für diesen Archetypen stehen sind z.B. Ben and Jerry’s, Skitales oder Citroen.
  • Der Träumer – ein Künstler, lebt in seiner eigenen Welt, ist kreativ, erfindet Neues. Lego, 3M oder Apple stellen sich so dar.

Archetypen für Zielgruppen

Ein weniger bekannter Einsatzzweck für das Konzept der Archetypen sind Personas. Marketer nutzen Personas, um ihre Zielgruppen konkreter werden zu lassen, um allen Beteiligten ein Bild davon zu geben, für wen Inhalte/Produkte/Dienstleistungen gedacht sind und was deren Bedürfnisse sind. (Siehe Die Buyer Persona – der Weg zum Kundenverständnis)

Archetypen können helfen, die Personas realistischer zu gestalten. Wenn wir eine Persona erschaffen, soll diese so echt sein wie möglich. Schließlich soll die Persona helfen, unsere realen Kunden zu verstehen. Daher soll die Persona möglichst realistisch beschreiben, wie sich diese verhalten, welche Motivationen und Wünsche sie haben.

Dafür sind die Archetypen sehr nützlich. Denn auch Roman- oder Drehbuchautoren nutzen Archetypen genau für diesen Zweck: Sie wollen Charaktere erschaffen, die nachvollziehbar sind und so handeln, dass die Leser oder Zuschauer es realistisch finden.

Eine kurze Übersicht über die Archetypen, wie man sie für Personas nutzen kann, finden Sie im Autoren-Blog DramaQueen: Archetypen & Mythologie




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