Mailing-Kampagnen, die jeder kennen sollte

Es erscheint Ihnen vielleicht seltsam, aber im Folgenden soll es darum gehen, was E-Mail-Marketing eigentlich ist. Die meisten von Ihnen werden es wissen, aber ich habe festgestellt, dass einige erfolgreiche E-Mail-Marketer nicht den ganzen Umfang der Möglichkeiten nutzen.

Das liegt auch daran, dass der Newsletter ein so unglaublich einfaches wie effizientes Werkzeug ist. Er verdeckt alles andere – so sehr, dass E-Mail-Marketing und Newsletter oft gleichgesetzt werden.

Doch es gibt noch weitere Möglichkeiten, die uns im E-Mail-Marketing zur Verfügung stehen. Nutzen Sie bisher nur Newsletter, dann lesen Sie weiter.

Die Unterteilung ist nicht immer eindeutig, aber bewährt haben sich folgende fünf Kategorien:

1. Newsletter

Bei einem Newsletter verschicken Sie regelmäßig E-Mails an Empfänger, die sich in eine Empfängerliste eingetragen haben.

Dabei sollten Sie darauf achten, dass die Newsletter visuell, in der Häufigkeit, beim Umfang und den Inhalten einheitlich bleiben.

2. Transaktions-Mails

Transaktions-Mails sind E-Mails, die Sie verschicken, wenn ein Kunde oder Interessent mit Ihnen in Kontakt getreten ist.

In den meisten Fällen ist das eine Bestellung. Es kann aber auch die Anforderung von Informationsmaterial sein, eine Terminvereinbarung oder Ähnliches.

Sehen Sie Ihre Mails an, die Sie in solchen Fällen verschicken – oder, besser noch, schlüpfen Sie in die Rolle des Kunden/Interessenten und bestellen Sie etwas bei sich selbst.

Screenshot Transaktionsmail Thomann

Nüchtern gestaltet, hervorragend formuliert: Transaktionsmail beim Musikinstrumente-Versand Thomann

Fragen Sie sich: Sind die Informationen in den Mails vollständig? Macht die Art und Weise, wie die Mail geschrieben ist und wie sie gestaltet ist, Lust, weiter mit Ihrem Unternehmen zu tun zu haben? Regt sie dazu an, sich weiter mit Ihrem Angebot auseinanderzusetzen? Weckt sie Vorfreude auf das Bestellte?

Transaktionsmails sind notwendig, um die Anfrage des Kunden/Interessenten zu beantworten und daher sind sie zunächst nicht werblich. Damit brauchen Sie auch keine eigene Einwilligung für diese. Dennoch sind auch diese Mails ein wichtiges Marketinginstrument, das Sie als solches nutzen sollten. Überlassen Sie die Formulierung und Gestaltung dieser Mails nicht einem Techniker.

3. Trigger-Mails

Als Trigger-Mails bezeichnet man Mails, die von einem bestimmten Ereignis ausgelöst (“getriggert”) werden.

Ein solches Ereignis kann ein Datum sein, also zum Beispiel der Geburtstag eines Kunden, ein Ereignis wie eine Messe oder Halloween o.Ä.

Ein Trigger (Auslöser) kann aber auch z.B. sein, dass ein festgelegter Zeitraum vorbei ist. So verschicken manche Shops Erinnerungsmalis, sobald eine bestimmte Zeit seit der letzten Bestellung eines Kunden verstrichen ist. Oder wenn einmal wieder die Wartung des edlen Rennrads fällig ist.

Ebenfalls zu den Trigger-Mails könnte man die eben vorgestellten Transaktions-Mails rechnen, denn auch sie haben einen Trigger – die Transaktion. Die Transaktions-Mails führt man aber meist getrennt auf, weil sie ein Sonderfall sind mit speziellen Besonderheiten.

4. Stand-Alone-Mailings

Als Stand-Alone-Mailings oder Stand-Alone-Kampagnen bezeichnet man Aussendungen von einzelnen oder wenigen Mails in einem begrenzten Zeitraum.

Solche Kampagnen bieten sich bei besonderen Ereignissen an oder im Rahmen einer “Adressmiete” oder Kooperation. Mehr dazu siehe Mietadressen – wie erkenne ich seriöse Anbieter?

5. Autoresponder-Kampagnen

Event-Mailing-, Autoresponder-, Automailer- oder Drip-/Dripping-Kampagnen sind sozusagen Mailkaskaden. Also eine Abfolge von E-Mails, die Sie nacheinander an einen Kunden oder Interessenten verschicken.

Der Klassiker ist eine Autoresponder-Kampagne für neue Abonnenten: Sie schicken nach erfolgreichem opt-in (siehe Checkliste nutzerfreundliche & rechtlich korrekte Einwilligung) eine Willkommensmail. Dann nach ein paar Tagen eine weitere Mail, in der Sie z.B. auf ältere Newsletter-Inhalte hinweisen. Und noch ein paar Tage später eine Mail mit einem kostenlosen Zusatzinhalt.

Der große Vorteil solcher Kampagnen: Sie sind individuell, da jeder Empfänger sie genau dann bekommt, wenn er persönlich an einem bestimmten Punkt ist – z.B. eben beim Abonnieren Ihres Newsletters. Und trotzdem können Sie die Kampagne über Monate bis Jahre hinweg laufen lassen – sobald sie einmal eingerichtet ist, haben Sie keine weiter Arbeit damit.

Die Abgrenzung zur Trigger-Mail ist nicht eindeutig – denn eine Autoresponder-Kampagne muss einen definierten Startzeitpunkt haben, und das ist der Trigger. Meist spricht man von Trigger-Mail, wenn nur eine Mail verschickt wird und von Autoresponder-Kampagne, wenn es mehrere sind. Letztlich ist es aber Ihnen überlassen, wie Sie nennen, was Sie tun.

Mehr zu Autoresponder-Kampagnen hier im Blog: Warum Sie eine Autoresponder-Kampagne brauchen

Welche Mailings sind die richtigen für mich?

Sie sehen, die Abgrenzung der einzelnen Kampagnen voneinander ist nicht so einfach – das ist aber letztlich für die Praxis egal. Denken Sie einfach darüber nach, welche der oben aufgeführten Beispiele sich am besten für Ihr Unternehmen und Ihre Empfänger eignet.

Vom Aufwand her sind Stand-Alone-Mailings und Autoresponder-Kampagnen meist am einfachsten zu realisieren und bringen am meisten – starten Sie also am besten mit einer von diesen, wenn Sie bisher nur Newsletter verschicken. Und wenn Sie einen Shop betreiben, nehmen Sie sich als Nächstes die Transaktionsmalis vor. Und dieses Jahr vor Weihnachten können Sie z.B. überlegen, ob vielleicht ein Trugger-Mail aus diesem Anlass das Richtige wäre.

Sinnvoll und nützlich sind alle Methoden des E-Mail-Marketing – es entscheiden letztlich nur Zeit und Budget, welche Sie einsetzen.




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