Warum große Bilder in eMails schaden

Sicher kennen Sie solche Newsletter auch: Sie lesen die gut formulierte Betreffzeile, öffnen die Mail und… sehen eine große graue Fläche. Sonst nichts. Vielleicht noch einen kleinen Text am Rand des Kastens, der verrät, was auf dem nicht geladenen Bild zu sehen ist.

Sie klicken auf “Bilder laden” und sehen einen wunderhübsch aussehenden Newsletter. Tolle Gestaltung, gute Texte, perfekte call-to-actions.

Warum macht man so etwas? Und warum sollte man es nicht machen?

Das Problem mit Bildern in Mails

Bilder in Mails haben leider eine ganze Reihe von Problemen:

Bilder werden nicht automatisch geladen

Das Hauptproblem ist, dass Bilder in vielen Mailprogrammen nicht angezeigt werden ohne Zutun des Empfängers.

Selbst wenn der Empfänger den Betreff so gut fand, dass er das Mail geöffnet hat, drückt er dennoch in vielen Fällen die Löschtaste, wenn er nicht sofort sieht, worum es in dem Mail wirklich geht.

Und wenn er ein Voransicht-Fenster nutzt, dann hat er den Betreff vielleicht gar nicht gelesen. Er blickt also nur auf eine leere Fläche und die (hoffentlich vorhandenen) Alt-Texte der Bilder.

Selbst wenn er den Newsletter normalerweise liest, wird er das Mail dennoch löschen, wenn er gerade in Eile ist.

Daher: Sorgen Sie dafür, dass der Nutzer sofort etwas sieht, was sein Interesse weckt, sobald er Ihre Mail geöffnet hat. Nur so halten Sie ihn bei der Stange.

Bilder müssen geladen werden

Theoretisch kann man Bilder zusammen mit dem Mail verschicken. Das erhöht aber die Ladezeit bei den Nutzern und vor allem führt es mit höherer Wahrscheinlichkeit dazu, dass Ihr Mail als Spam eingeordnet wird. Daher verzichten professionelle Newsletter-Versender darauf.

Das heißt, das Bild muss eben geladen werden. Und das ist insbesondere bei großen Bildern auf mobilen Geräten ein Problem. Denn es dauert. Und es geht vom Datenvolumen des Mobilfunk-Vertrags ab, das bei den meisten Nutzern heute immer noch begrenzt ist.

Sitzt der Empfänger zum Beispiel gerade im Zug, ist die Internetverbindung seines Smartphones sehr unzuverlässig. Das Laden kann also bis zu einer halben Minute dauern – diese Geduld haben die Wenigsten und so landet die Mail mit dem schönen Bild schnell im Papierkorb.

Große Bilder funktionieren nicht auf kleinen Screens

Lädt ein Nutzer ein solches schönes großes Bild auf seinem 320 Pixel breiten Smartphone, dann gibt es meist zwei Möglichkeiten:

  1. Das Bild wird so geladen, dass es vollständig auf den Bildschirm passt.
  2. Das Bild wird in seiner Originalgröße geladen, so dass nur ein Ausschnitt zu sehen ist.

Beide Lösungen bedeuten: Das Bild funktioniert in den meisten Fällen nicht. Bei Fall eins sind die darauf abgebildeten Dinge so klein, dass man kaum etwas erkennen kann. Das gilt vor allem, wenn man Text auf dem Bild hat.

Im Fall zwei sieht man nur einen kleinen Ausschnitt des Bildes – auch hier wird der Empfänger seine Aussage so kaum erfassen.

Ein “Webversion anzeigen” ist keine Lösung

Auf einen Link ganz am Anfang der Mail, der zur Webdarstellung des Mails wechselt, sollten Sie bei grafisch aufwendigen eMails nicht verzichten. Meist heißt er so ähnlich wie

eMail wird nicht schön dargestellt? Mail im Browser anzeigen.

Das ist gut und sinnvoll, aber dennoch eine Sollbruchstelle. Der Nutzer muss sich ein zweites Mal entscheiden, dass er Ihr Mail so spannend findet, dass er noch einen Klick dafür macht. Und diesmal weiß er, dass er dabei dann sogar sein aktuelles Programm verlassen wird.

Das wird er nur tun, wenn er ziemlich sicher ist, dass ihn der Inhalt der Mail interessiert. Hat er nur eine große graue Fläche gesehen, ist das ziemlich unwahrscheinlich.

Fazit

Verzichten Sie also auf große Bildelemente. Sie können durchaus einen aufwendig gestalteten Newsletter erstellen, aber achten Sie darauf, dass die Bilder vor allem im oberen Bereich der Mail und am besten auch am Ende so klein sind, dass genügend Platz bleibt, aussagekräftigen Text unterzubringen.

Dieser Text muss so gut sein, dass der Empfänger versteht, worum es in dem Mail geht. Und der Text muss ihn dazu bringen, die Bilder anzeigen zu lassen.

Bzw. der Text muss so gut für sich stehen können, dass der Empfänger mit seinem Smartphone auch versteht, worum es geht, wenn er die Bilder nicht ordentlich sehen kann.




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