What’s App, Snapchat & Newsletter-Marketing – wie geht das zusammen?

35 Millionen Nutzer hat WhatsApp allein in Deutschland. Nachdem wir als Marketer dorthin gehen sollten, wo unsere potenziellen Kunden sind, fragen sich viele: Sollte ich WhatsApp fürs Marketing nutzen?

Die rechtliche Situation – Werbeverbot

Derzeit ist es laut den AGB von WhatsApp nicht zulässig, den Dienst für werbliche Zwecke zu nutzen. Ein Newsletter muss wohl in fast allen Fällen als werblich gesehen werden, auch wenn der Nutzer eingewilligt hat, diesen zu bekommen. Medien wie die Süddeutsche Zeitung, die WhatsApp-Newsletter verschicken, sind wohl der Meinung, dass ihre Newsletter nicht werblich sind. Und sie werden von WhatsApp offenbar geduldet.

Screenshot WhatsApp Süddeutsche-Newsletter

Opt-in mit WhatsApp, hier bei der Süddeutschen Zeitung

Wichtig ist, hier auch auf einen ordentlichen Opt-in zu achten. Die meisten Anbieter machen es so, dass sie eine Telefonnummer auf der Website veröffentlichen, die an den WhatsApp-Account geknüpft ist, der die Newsletter verschickt. Diese Telefonnummer muss der Abonnent in sein Adressbuch aufnehmen und dann an diese über WhatsApp eine Nachricht wie „Start“ schicken. Es folgt eine Bestätigung mit dem Hinweis, dass man mit der Nachricht „Stop“ das Abo jederzeit beenden kann. Dokumentiert man diese Nachrichten, ist man als Anbieter vom Opt-in her wohl auf der sicheren Seite.

Dennoch ist es in der derzeitigen Situation als Unternehmen riskant, einen WhatsApp-Newsletter zu starten. Mehrfach war zu lesen, dass Facebook, der Besitzer von WhatsApp, den Dienst für Unternehmen offiziell öffnen möchte. Aber bisher ist das nicht passiert. Es gibt vielmehr Äußerungen, die klarmachen, dass das Unternehmen um jeden Preis dafür sorgen will, dass Spam in WhatsApp nicht vorkommen kann. Und werbefrei bleiben soll der Messenger auch.

Vorsicht Datenschutz

Es gibt derzeit zwei Möglichkeiten, Nachrichten an mehrere Personen auf WhatsApp zu schicken:

  • Gruppen
  • Broadcast-Listen

Bei Gruppen kann jeder jede Nachricht von allen lesen. Und: Die Gruppen-Mitglieder können Namen und Telefonnummer der anderen Teilnehmer lesen. Das ist datenschutzrechtlich problematisch.

Besser geeignet scheinen daher Broadcast-Listen. Hier gehen Ihre Nachrichten an alle Empfänger der Liste raus. Wenn jemand darauf antwortet, geht diese Antwort aber nur an Sie als den Absender. Und niemand sieht, wer die anderen Empfänger sind.
Außerdem schwierig: Die Server von WhatsApp stehen in den USA, und somit landen die persönlichen Daten in einem Land, das die EU-Datenschutzvorgaben nicht erfüllt.

Was ist erlaubt auf WhatsApp?

Unternehmen dürfen WhatsApp durchaus nutzen, solange sie keine Werbung machen oder persönliche Daten mit der App sammeln. In den AGB steht:

You agree not to collect or harvest any personally identifiable information, including phone number, from the Service, nor to use the communication systems provided by the Service for any commercial solicitation or spam purposes. You agree not to spam, or solicit for commercial purposes, any users of the Service.

Das bedeutet: E-Mail-Adressen für den Newsletter über WhatsApp zu sammeln, dürfte damit auch nicht möglich sein. Was geht denn dann überhaupt?

Was wollen die Nutzer?

Wichtig ist, sich darüber klar zu werden, was die WhatsApp-Nutzer erwarten. Sie nutzen den Dienst vor allem zur persönlichen, schnellen Kommunikation. Nur weil ich weiß, dass viele Nutzer etwas verwenden, heißt noch lange nicht, dass ich als Marketer dort auch zwingend präsent sein muss. Millionen nutzen jeden Tag Fernsehen – aber die meisten Unternehmen sind auf dieser Plattform bewusst nicht aktiv.

Sinnvoll ist es, WhatsApp als direkten, persönlichen Kanal zu begreifen. Support über diesen Kanal anzubieten, ist etwa eine interessante Option, die schon ein paar Unternehmen erfolgreich nutzen. Und hier kann man auch nachdenken, wie man eine Verbindung zum Newsletter schaffen kann. So ist es denkbar, im Newsletter auf einen WhatsApp-Kontakt hinzuweisen, über den man dann direkt Abonnenten weiterhelfen kann, wenn sie z.B. eine technische Frage zu einem Produkt haben.

Screenshot Douglas Teilen-Funktion

Douglas bietet nach einem Tipp auf “Teilen” auch WhatsApp als Option.

Manche Shops haben auf ihren mobilen Webseiten die Möglichkeit, Inhalte per Tipp schnell via WhatsApp zu teilen. Denkbar ist auch, das in einem Newsletter anzubieten.

Wir sind gerade noch in einer frühen Phase, wo manche Unternehmen erste Versuche starten und neue Wege gehen, gleichzeitig aber noch viel Unsicherheit herrscht. Man sollte aber auf jeden Fall im Auge behalten, wohin es weiter geht mit den Messengern.

Neben WhatsApp sind in Deutschland der Facebook Messenger und Snapchat wohl die interessantesten Plattformen, weil sie am weitesten verbreitet sind. Und insbesondere Facebook Messenger scheint mehr und mehr Funktionen speziell für Unternehmen bereitzustellen.




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