Checkliste Bildauswahl für mehr Engagement

Bilder sind aus dem Web nicht wegzudenken. Und kaum eine E-Mail kommt ohne aus. Dass Menschen Bilder lieben, ist im Marketing und Design eine Binsenweisheit. Und doch können Bilder schaden – auf Ihrer Website und in Ihren Mailings.

Unsere Checkliste hilft Ihnen sicherzustellen, dass Ihnen das nicht passiert und Sie Bilder auswählen, die Nutzer wirklich mögen.


Foto Bilderrahmen

Die Qual der Wahl: Welches Bild setze ich bloß ein?

Im Zusammenhang mit Bildern wird praktisch immer der Spruch zitiert:

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte.

Interessanterweise ist nicht ganz klar, woher der Spruch kommt. Kurt Tucholsky hat 1926 unter seinem Pseudonym Peter Panter zur Rolle der Fotografie geschrieben:

Und weil ein Bild mehr sagt als hunderttausend Worte, so weiß jeder Propagandist die Wirkung des Tendenzbildes zu schätzen.

Das reine Lob des Bildes ist das nicht. Und doch hat sich der Spruch verselbstständigt und wird gern als Argument für den Einsatz von Bildern zitiert. Und tatsächlich werten gute Bilder Websites und Mails auf und sorgen für mehr Engagement, wenn Sie die folgenden Regeln berücksichtigen:

Bilder nicht als Retter missbrauchen

Bilder lockern Texte auf. Aber dennoch sollten Sie nie Bilder in einen Text setzen, nur weil Sie das Gefühl haben, dieser wirkt sonst zu mächtig. Denn wenn Ihr Text so wirkt, dann ist er es auch. Ein Bild kann das verschleiern – aber wenn Ihre Empfänger den Text wirklich lesen, merken sie es. Bevor Sie also versuchen, einen schlechten Text mit Bildern zu retten, verbessern Sie ihren Text.

Am schnellsten geht das mit Kürzen. Aber auch eine gute optische Gliederung durch Absätze, Zwischenüberschriften und Aufzählungen helfen sehr.
Und natürlich sollte der Text lesbar und attraktiv gestaltet sein durch professionelle Typografie.

Jedes Bild braucht einen Grund

Trägt ein Bild nichts zum Inhalt des Mails oder der Seite bei, ist es kein gutes Bild. Es muss einen Grund haben, weswegen Sie es einfügen. Sehen Sie ein Bild einfach nur zur visuellen Auflockerung vor oder “weil man das eben so macht”, dann bleiben Sie unter Ihren Möglichkeiten.

Suchen Sie ein Bild, das zum Inhalt beiträgt, das Ihre Botschaft unterstützt.

Gute Bilder bilden etwas ab

In der Kunst darf ein Bild alles. Im Marketing dagegen muss ein Bild etwas zeigen. Es muss eine Aussage haben. Ist diese für den Empfänger bzw. Besucher nicht erkennbar, bringt das Bild nichts.

Dabei ist es eigentlich recht einfach, gute Bilder zu finden. Diese zeigen etwas, was schwer zu beschreiben ist. Die ästhetische Qualität eines Produkts z.B. zu beschreiben ist schwierig. Ein Bild führt diese dagegen mit Leichtigkeit vor Augen – das ist der Grund, warum der Spruch von Tucholsky so gern zitiert wird.

Booking.com liefert viele, viele Fotos zu jeder Unterkunft. Hat das Hotel gute Arbeit geleistet, sehen die Nutzer genau, was sie erwartet.

Relevante Bilder finden Aufmerksamkeit

Blickverfolgungsstudien im Usability-Labor belegen: Bilder, die Nutzer für nicht relevant halten, sehen sie praktisch nicht an. Genau wie Werbebanner versuchen sie solche Bilder auszublenden und lassen ihren Blick nur für Bruchteile von Sekunden auf ihnen ruhen.

Produktabbildungen oder echte Menschen dagegen sehen sie aufmerksam an. Aus Studien wissen wir auch, dass menschliche Gesichter unsere Aufmerksamkeit geradezu magnetisch anziehen. Das können Sie sich zunutze machen, wenn Sie Ihre Produkte zum Beispiel zusammen mit Menschen zeigen. Oder wenn Sie Ihre Mitarbeiter vorstellen.

Was dagegen nicht funktioniert sind Fotos von irgendwelchen Models, die auf dem Sofa sitzen, am Schreibtisch oder auf der grünen Wiese. Fehlt ein Bezug zu den Produkten oder dem Unternehmen, für das sich der Empfänger/Besucher interessiert, ignoriert er solche Bilder. Sind solche Bilder so groß, dass sie es schwer machen, den relevanten Inhalt zu finden, können sie die Nutzer sogar verärgern. Das kann z.B. der Fall sein, wenn sie wegen vieler großer Bilder sehr lange scrollen müssen, um zu den Inhalten zu gelangen.

Gute Bilder sind einzigartig

Gute Fotos von Bildagenturen können funktionieren, wenn sie etwas mit den Inhalten der Texte bzw. mit Ihrem Unternehmen oder Ihren Produkten zu tun haben. Allerdings sollten Sie darauf achten, dass diese Bilder die Nutzer nicht schon auf Dutzenden anderen Sites oder auf Plakaten gesehen haben. Bei Bildern, die nur einen Euro kosten, ist das aber leider oft der Fall.

Es lohnt sich daher immer, etwas länger zu suchen oder etwas mehr für wichtige Fotos zu zahlen. Oder, noch besser: eigene Bilder zu machen. Lieber ein weniger professionelles einzigartiges Foto als ein perfektes, das die Nutzer ignorieren, weil sie es schon so oft gesehen haben.

Bilder wirken lassen

Screenshot Produktdetails FashionID

Gerade bei Kleidung kommt es Details an. Im Laden kann man das Produkt selbst genau unter die Lupe nehmen, in Webshops müssen diese Aufgabe Bilder leisten.

Zur Bildauswahl gibt es einen weiteren schönen Spruch:

Weniger ist mehr.

Wenn ein Bild wirklich gut ist, dann wirkt es am besten allein für sich. Das gibt dem Inhalt Ruhe und der Nutzer weiß, wohin er sehen soll.

Ausnahmen gibt es wie fast immer – in diesem Fall z.B. bei Produktfotos. Von diesen können Nutzer fast nicht genug bekommen. Jeder Nutzer interessiert sich für ein anderes Detail. Und es ist schade, wenn es fünf tolle Bilder von Produktdetails gibt, aber gerade das, was einen einzelnen am meisten interessiert, nicht darauf zu sehen ist.

Gute Bilder sind gut erkennbar

Je klarer ein Bild ist, desto besser ist es für Ihre Inhalte geeignet. Es sollten also möglichst wenig Objekte bzw. Menschen abgebildet sein und diese möglichst groß.
Bei der Auswahl hilft folgender Trick: Verkleinern Sie das Bild am Bildschirm auf eine Größe von wenigen Zentimetern. Kneifen Sie dann die Augen so zusammen, dass Sie das Bild gerade noch sehen. Können Sie jetzt noch etwas erkennen, dann ist das Bild gut.

Das ist so wichtig, weil Sie nie genau wissen, in welcher Größe die Bilder tatsächlich beim Nutzer dargestellt werden. Ob dieser einen 27-Zoll-Monitor hat oder ein altes Smartphone – er sollte in jedem Fall noch erkennen können, was eigentlich abgebildet ist.

Bewegtes Bild ist (manchmal) besser

Screenshot Produktvideo Enjoyyourcamera.com

Auf Enjoyyourcamera.com gibt es zu fast jedem Produkt ein kurzes Video. Das ist meist nicht besonders gefilmt, aber hervorragend, um zu sehen, wie das jeweilige Gerät funktioniert.

Um eine Vorstellung von Produkten zu bekommen, sind Fotos besser als Texte. Und Videos sind besser als Fotos. Jedenfalls dann, wenn es um Produkte geht, deren Funktion nicht glasklar ist. Ein Video davon, wie man einen bestimmten Tee aufbrüht, ist nicht besonders hilfreich, denn das sieht bei jedem Tee dieser Art gleich aus. Aber ein Video zu einer bestimmten Kameratasche z.B. ist sehr nützlich, weil jede einzelne davon ganz spezielle Funktionen hat bzw. die Funktionen bei ihr unterschiedlich gelöst sind.

In E-Mails lassen sich Videos zwar nicht direkt einbinden. Aber Sie können ein Vorschaubild einbauen zusammen mit einer Beschreibung des Videos und einem Link, so dass der Empfänger sich per Tipp/Klick das Video im Browser ansehen kann.

Einige weitere hilfreiche Tipps zum Umgang mit Bildern hier im Blog:
Checkliste Bilder richtig verwenden – hierbei geht es darum, wie Sie Bilder technisch sauber in Ihre Mails einbinden, damit sie beim Empfänger auch gut aussehen.
Warum große Bilder in eMails schaden – ein Wort zur Vorsicht beim Verwenden von sehr großen Bildern in E-Mails, denn diese machen dem Empfänger oft nicht viel Freude.




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