Checkliste Mobile Marketing

Sie müssen damit rechnen, dass Ihre eMails immer häufiger mobil aufgerufen werden. Die weiter stark wachsende Zahl der Smartphone-Nutzer spricht für sich.

Im Folgenden einige Tipps, die Sie beachten sollten, damit Sie dabei keine vermeidbaren Fehler machen.

Mobile ist nur Zusatz

Auch wenn viele Webdesigner heute sagen „mobile first“, dürfen Sie keinesfalls davon ausgehen, dass Ihre Mails nur über Handy angesehen werden – es heißt nicht „mobile only“. Der Vorteil des mobilen Internets ist ja gerade, dass man es überall nutzen kann. Das heißt aber auch: Es ist ein Zusatznutzen. Wenn man sowieso am Rechner sitzt, dann verwendet man auch das klassische Mailprogamm, weil es trotz allem immer noch komfortabler ist als ein noch so gutes Smartphone.

Achten Sie also darauf, dass Ihre Mail zuerst im Standard-Mailprogramm funktionieren muss, das kommt immer noch am häufigsten zum Einsatz. Ist Ihr Newsletter gut, dann wird der Nutzer ihn vielleicht auf seinem Smartphone überfliegen, und liest ihn dann später nochmal in Ruhe an seinem heimischen Rechner.

Nutzer, die mit dem Laptop über einen UMTS-Stick oder per Handy-Anbindung (Tethering) online gehen, müssen Sie eigentlich nicht extra berücksichtigen. Denn die Bildschirme selbst von Netbooks haben typischerweise eine Breite von mindestens 1024 Pixeln und auch die anderen technischen Rahmenbedingungen sind vergleichbar denen von rein stationären Nutzern.

Tipps fürs mobile Marketing

Zwei Aspekte müssen Sie beim Konzipieren Ihrer Mobile-Strategie beachten:

  • Die technischen Restriktionen der Geräte
  • Die Nutzungssituation

Die kleinen Bildschirme, die oft schmale und unzuverlässig vorhandene Bandbreite und die anderen Eingabemittel (Touch, Tasten, Scrollrad) sind Einschränkungen, die Sie berücksichtigen müssen. Ebenso wichtig ist, dass die Nutzer unterwegs meist weniger konzentriert sind und durch ungünstige Lichtverhältnisse, Umgebungsgeräusche etc. abgelenkt werden.

Daher achten Sie auf Folgendes:

  1. Betreffzeilen müssen noch knapper sein als sonst.
  2. Auch die Absenderadresse sollte nicht länger sein als nötig (abteilung-unternehmenskommunikation@ihre-firma.de ist vom Namen her schon ungünstig, auf dem Smartphone werden viele Nutzer aber den Firmennamen ersteinmal gar nicht zu Gesicht bekommen, weil er außerhalb des sichtbaren Bereichs liegt).
  3. Achten Sie auf genügend große Schriften – wenn man in der prallen Sonne oder in der ruckelnden Trambahn seine Mails liest, ist man froh über ausreichend großen Text.
  4. Aus dem gleichen Grund sollten die Elemente und vor allem der Text guten Kontrast bieten.
  5. Gliedern Sie Ihren Text durch Absätze und Zwischenüberschriften. Machen Sie die einzelnen Absätze kurz, möglichst nur zwei, drei Sätze lang. Damit erleichtern Sie das Überfliegen, aber auch das Lesen unter ungünstigen Bedingungen.
  6. Verwenden Sie ein einspaltiges Layout.
  7. Setzen Sie die wichtigsten Elemente ganz nach oben, so dass sie möglichst sofort beim Öffnen der Mail sichtbar sind. Je nach Gerät werden möglicherweise nur die ersten 15 Zeilen zu sehen sein.
  8. Alle Buttons müssen groß genug sein, um sie mit dem Finger gut zu treffen. Eine Größenvorgabe ist nicht ganz einfach, weil die Elemente je nach Displayauflösung unterschiedlich groß dargestellt werden. Apple empfiehlt 44×44 Pixel Minimum. Planen Sie lieber ein bisschen größere Buttons ein, damit kein Frust aufkommt, weil man den interessanten Link nicht anklicken kann. Nutzen Sie auch genügend Abstand zwischen den verlinkten Elementen, damit man nicht aus versehen auf das falsche tippt.
  9. Halten Sie die Dateigröße so klein wie möglich. 20 KB sind ein guter Richtwert, dann wird die Mail auch bei sehr schlechter Netzanbindung zügig geladen. Allerdings müssen Sie nicht generell auf Grafiken verzichten, finden Sie nur einen guten Kompromiss finden – der je nach Zielgruppe auch unterschiedlich aussehen kann.
  10. Alt-Texte für die Bilder sind Pflicht: So sehen auch die vielen Nutzer, deren Mailclients die Bilder zunächst nicht laden, was die Abbildungen zeigen.
  11. Alle entscheidenden Elemente wie „jetzt bestellen“-Buttons gehören nach links oder zumindest in die Mitte. So stellen Sie sicher, dass sie auf jeden Fall sichtbar sind, auch wenn der Text über die Bildschrimseite hinausläuft und gescrollt werden muss.
  12. Verschicken Sie eine nur-Text-Version, mit einem Link zur HTML-Version. Nutzen Sie das Format „MIME Multipart“ für HTML- und Text-Version in einer einzigen Mail. Damit stellen Sie sicher, dass alte Mailprogramme die Mail als Text darstellen und der Inhalt zumindest zugänglich ist.
    Standardmäßig sind nur-Text-Versionen 60 oder gar 80 Zeichen breit. Für mobile sind aber 20 bis 40 Zeichen die bessere Wahl.
  13. Verwenden Sie möglichst kurze URLs. Ein Umbruch in der URL, der ja schon nach 20 Zeichen erfolgen kann, kann den Link bei manchen mobilen Mailclients unbrauchbar machen. Nutzen Sie kurze (oder mit einem Linkkürzer verkürzte) URLs. Das hat auch für den Nutzer den Vorteil, dass der Link nicht mehrere Zeilen seines Bildschirms füllt.
  14. Erstellen Sie optimierte Landing-Pages. Wenn Sie vom Newsletter z.B. auf Ihren Shop verweisen, muss dieser auch mobil nutzbar sein. Falls nicht, erstellen Sie am besten eine eigene Version davon, die für Handy-Nutzer optimiert ist.
  15. Achten Sie bei Bestell- und Feedback-Seiten darauf, möglichst wenige und kurze Texteingaben vorzusehen. Text eingeben macht mit keinem Mobilgerät Spaß, deshalb ist es besser, wo immer möglich, lieber mehrere Klicks/Tipps vorzusehen als Freitextangaben.
    Auch Drop-Down-Listen sind auf dem Smartphone eher umständlich zu benutzen, eine Liste, bei der alle Optionen direkt zu sehen sind, ist hier besser geeignet.
  16. Verlinken Sie auf eine mobile-Version Ihres Newsletters im Web. Dabei ist eine Breite von 320 Pixeln ein guter Richtwert – diese können die meisten Smartphones problemlos anzeigen. Den Text sollten sie aber immer so anlegen, dass er sich der aktuellen Bildschirmbreite anpasst. Damit vermeiden Sie, dass man unnötig viel Scrollen muss, weil die Bildschrimbreite des Geräts nicht ausgenutzt wird.

Die wichtigste Regel ist aber für den Start: Testen, testen, testen. Sehen Sie sich auf so vielen Geräten wie möglich an, wie Ihr Newsletter und die darin verlinkten Seiten auf Android, iPhone, Blackberry und Co aussehen.

Links

Hier noch ein Link zu einem 30minütigen hochinteressanten englischsprachigen Video von Anna Yeaman, Creative Director von Style Campaign, in dem noch zahlreiche Beispiele und Tipps zu den geänderten Paradigmen im Mobile eMail Marketing aufgeführt werden: Video: Mobile eMail Webinar.

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