Der unwiderstehliche Link – klicken Sie hier!

Um die Vorteile von sprechenden Links in Ihren Newslettern ging es im letzten Beitrag (Höhere Klickraten durch Link-Individualisierung). Im Folgenden noch ein paar Tipps dazu, wie Sie solche sprechenden Links am besten formulieren.

Klick mich-Illustration

Eine eindeutige Aufforderung – und doch kein guter Linktext.

Wie sieht also ein optimaler Linktext aus? Was tue ich gegen das ständige „weiter“, „mehr“ oder „hier klicken“?

Gute Links haben folgende Eigenschaften – gleich ob sie als Textlink dargestellt sind oder als Button:

Kurz

Je kürzer, desto leichter zu erfassen. Mehr als 3, 4 Wörter sollten es nicht sein. Aber bevor der Link schlecht verständlich ist, machen Sie ihn lieber etwas länger.

Beschreibend

Idealerweise ist der Link auch ohne den Text davor oder danach verständlich. Er beschreibt, was den Nutzer hinter diesem erwartet. Und gibt ihm einen Anreiz, ihn zu klicken.

Verlinken Sie auf etwa anderes als auf eine HTML-Seite, dann machen Sie das klar. Bei einem Link zu einem PDF oder einem Word-Dokument hat es sich bewährt, das in Klammern mit anzugeben. Gut ist auch, die Dateigröße mit anzugeben –  z.B. für Nutzer, die unterwegs sind, eine wichtige Information:

Anleitung als PDF (9 MB)

oder

Checkliste zum Download (.doc, 78 KB)

Verständlich

Generell sollten Sie Fachbegriffe oder Abkürzungen möglichst vermeiden in Ihren Newslettern und auf Ihren Webseiten. Oder Sie sollten sie zumindest erklären. Das Problem bei Links und Abkürzungen ist aber: die meisten Nutzer werden die Erklärung im Text davor zunächst nicht lesen. Denn ein Großteil der Nutzer liest erst die Links und dann den Text – wenn sie den Text überhaupt lesen.

Einmalig

Je weniger Links in der gleichen Mail bzw. auf der gleichen Seite den gleichen Linktext haben, um so besser. Wir wissen  aus Studien, dass die Nutzer den Text überfliegen und sich an den Links orientieren. Sie lesen gerade die Linktexte, weil sie hier sehen, was sie als Nächstes tun können. Wenn sie dabei z.B. immer nur auf „weiterlesen“ stoßen, ist jeder Link gleich interessant – oder uninteressant.

Ein Link sollte so gut wie möglich den folgenden Inhalt beschreiben. Das Format, in welchem Sie diesen Inhalt präsentieren dagegen ist nicht so wichtig.

Tabelle der Anbieter

ist nicht besonders gut. Besser wäre

Übersicht der CMS-Anbieter

Das ist besonders wichtig, wenn Sie mehrere gleichartige Elemente verlinken, also z.B. mehrere Übersichten, Tabellen, Vorlagen, E-Books oder PDFs.

Aktiv formuliert

Substantive sind meist konkreter, mit ihnen ist es einfacher, einen Inhalt zu beschreiben.

Aber überlegen Sie immer, ob Sie einen Link nicht als Aufforderung formulieren können. „Hier klicken“ ist natürlich eine Aufforderung – aber eine schlechte, unkonkrete. Da ist es besser, etwas wie „Vergleich der Marketing-Methoden“ zu verwenden.

Aber wenn ich etwa möchte, dass Sie meinen Newsletter abonnieren, schreibe ich eher „jetzt abonnieren“ oder „kostenlos anfordern“.

Am Satzende positioniert

Gut ist es, wenn der Link den Lesefluss nicht behindert. Stößt man auf einen Link, muss man immer für einen Sekundenbruchteil überlegen: lese ich weiter oder klicke ich den Link?

Statt

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wäre besser:

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oder, noch besser:

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Über den Autor:
Jens Jacobsen

Jens Jacobsen ist Gastautor für das Evalanche-Blog und arbeitet seit 1998 als Konzepter und Berater fürs Web. Er unterstützt etablierte Unternehmen wie auch Startups beim Erstellen von Websites, Apps und interaktiven Anwendungen. Sein Schwerpunkt liegt darauf, die Sicht der Kunden und Nutzer von Anfang an einzubringen.

Er befasst sich mit User und Customer Experience, untersucht Bedürfnisse, Erwartungen und Verhalten der Nutzer und optimiert mit diesem Wissen Bestellprozesse wie auch die gesamte digitale Kommunikation. Auch hilft er Unternehmen bei der Neukundengewinnung und Marketing Automation.

In seinen Büchern „Website-Konzeption“ (1. Auflage 2001, 8. Auflage 2016) und „Praxisbuch Usability & UX“ (2017) gibt er sein Wissen weiter, ebenso bei Coachings und Seminaren.

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