Hygge – machen Sie es Ihren Empfängern gemütlich

Hygge ist dänisch und heißt so viel wie Gemütlichkeit. Denken Sie an ein schweres Sofa, dicke Wolldecken, heißen Kakao mit Rum und ein knisterndes Kaminfeuer. Das ist hyggelig. Faszinierend ist, welche Karriere dieses Wort hingelegt hat.

Laut World Happiness Index ist Dänemark eines der glücklichsten Länder der Erde. Und vor allem Amerikaner und Briten wollen von den Dänen das Glücklichsein lernen. Der dänische Glücksforscher mit dem schönen Namen Meik Wiking ist einer der bekanntesten Verfechter von Hygge – sein Buch dazu stand wochenlang auf der Bestsellerliste der britischen Times. Und eine deutschsprachige Zeitschrift mit dem Titel „Hygge“ gibt es auch.

Was aber hat das mit Newslettern zu tun?

Foto Hygge

Hygge – Gemütlichkeit wollen auch Ihre Newsletter-Empfänger

Als Ziel ist Hygge auch für unsere Newsletter ganz hervorragend geeignet: Wenn wir es schaffen, die hyggelig zu machen, dann fühlen sich die Empfänger damit wohl.

Das ist ein etwas anderer Ansatz als die viel beschworene „Personalisierung“. Die ist wichtig, aber etwas abstrakt und wenig konkret.

Hygge dagegen ist angenehm, erzeugt ein gutes Gefühl. Personalisiert kann auch ein Newsletter sein, der Hektik verbreitet:

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Solche Methoden haben ihren Platz, aber nicht jedes Mailing sollte sie einsetzen, im Gegenteil. Mit Bedacht eingesetzt sind sie viel wirkungsvoller.

Der Wunsch nach Ruhe, Entspannung – eben Hygge – kommt daher, dass sich viele Menschen unter Druck fühlen. Dass sie das Gefühl haben, die Welt um sie herum läuft immer schneller, immer mehr Probleme müssen gelöst werden und alles artet in Stress aus.

Sie können dem entgegenkommen und zumindest immer mal wieder Ruhe verbreiten, für Entspannung sorgen.

Ihr Newsletter sollte auch mal entspannt sein

Eine gute Mischung ist für jeden Newsletter sinnvoll: Natürlich sollten Sie immer beim gleichen Thema bleiben. Aber Sie können manche Aussendungen dringlicher machen, mit klaren Handlungsaufforderungen und sogar etwas Druck aufbauen – indem Sie z.B. zur Entscheidung drängen, weil ein Angebot nur bestimmte Zeit gilt.

Andere Aussendungen dagegen machen Sie hyggelig.

Und wie erreiche ich das?

Zum einen mit der Bildsprache. Wählen Sie klare Fotos mit wenig Details bzw. Objekten. Die sind leichter zu erfassen und strahlen Ruhe aus.

Generell helfen warme Farben in eher gedeckteren Abstufungen. Also Weinrot, Brauntöne, eventuell auch gedecktes Blau oder Pastellfarben. Wenn es Ihr CI/CD zulässt, gestalten Sie die Illustrationen in diesen Tönen, wenn Sie Illustrationen verwenden. Oder setzen Sie die Überschriften, Linien, Kästen und Buttons in diesen Farben.

Ganz entscheidend sind aber die Formulierungen. Machen Sie kurze Sätze, verwenden Sie einfache Wörter. Versuchen Sie, alle Sinne anzusprechen, schreiben Sie also von Gerüchen, Geschmäckern und Geräuschen – nicht nur von dem, was wir sehen.

Gemütlich heißt aber nicht weitschweifig: Schnell zum Punkt kommen sollten Sie auch in solch hyggeligen Mails. Denn nur weil sich der Empfänger entspannen soll, hat er noch nicht mehr Zeit oder Geduld als sonst. Entspannen kann er sich, wenn er Ihnen leicht folgen kann und das Gefühl hat, er kann sich gleich auf sein Sofa zurückziehen und braucht nicht noch ewig, Ihr Mailing zu lesen.

Hygge fürs Business?

Haben Sie B2B-Kunden, dann können Sie genauso auf Hygge setzen. Einrichtungstipps oder Kochrezepte sind hier sicher nicht das Richtige.

Aber dennoch können Sie z.B. darüber schreiben, wie wichtig Entspannung für die psychische Leistungsfähigkeit ist. Oder wie man selbst in stressigen Projekten die Ruhe bewahrt. Oder auch ganz konkret darüber, wie Ihre Lösung das Leben der Newsletterermpfänger entspannter macht, weil sie diesen Arbeit abnimmt.

Denn Gelassenheit und Entspannung sind etwas, was alle Menschen wollen – wie der Hygge-Hype mal wieder schön vor Augen führt.

In diesem Sinne: machen Sie es sich gemütlich und schreiben Sie einen hyggeligen Newsletter!

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Über den Autor:
Jens Jacobsen

Jens Jacobsen ist Gastautor für das Evalanche-Blog und arbeitet seit 1998 als Konzepter und Berater fürs Web. Er unterstützt etablierte Unternehmen wie auch Startups beim Erstellen von Websites, Apps und interaktiven Anwendungen. Sein Schwerpunkt liegt darauf, die Sicht der Kunden und Nutzer von Anfang an einzubringen.

Er befasst sich mit User und Customer Experience, untersucht Bedürfnisse, Erwartungen und Verhalten der Nutzer und optimiert mit diesem Wissen Bestellprozesse wie auch die gesamte digitale Kommunikation. Auch hilft er Unternehmen bei der Neukundengewinnung und Marketing Automation.

In seinen Büchern „Website-Konzeption“ (1. Auflage 2001, 8. Auflage 2016) und „Praxisbuch Usability & UX“ (2017) gibt er sein Wissen weiter, ebenso bei Coachings und Seminaren.

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