Keywords – viel hilft viel?

Wer schon ein paar Jahre länger im Online-Marketing unterwegs ist, der erinnert sich noch an die magische Keyworddichte. Das ist die Häufigkeit, mit welcher der für einen Text wichtigste Begriff in diesem auftauchen sollte, damit die Seiten von den Suchmaschinen gut bewertet wurden. Darum ranken sich bis heute Mythen – aber zum Glück kennen den Begriff Jüngere nicht mehr als das Schlüsselelement zur erfolgreichen Suchmaschinenoptimierung.

Denn diese Fixierung auf Keywords führte dazu, dass Texte auf Websites kaum lesbar wurden. Sie wurden so optimiert, dass die Suchmaschinen die Seiten als hoch relevant ansahen – die Menschen durchschauten das sofort und verließen solche Seiten oft schnell. Davon hatte dann der Sitebetreiber auch wenig – seine Seiten landeten ganz oben auf den Trefferlisten von Google und Co, aber die Nutzer liefen ihnen dennoch weg.

Das haben die Suchmaschinen-Betreiber auch erkannt und mittlerweile gibt es sogar einen Abschlag, wenn Sie ein Keyword zu häufig verwenden. Damit ist die Unsicherheit groß – was ist jetzt erlaubt und was nicht? Was bringt etwas und was schadet eher? Die Antwort ist dabei eigentlich ganz einfach.

Was ist überhaupt ein Keyword?

Beispiel Keyword-Stuffing

Funktioniert schon lange nicht mehr: Keyword-Stuffing

Ein Keyword ist ein Begriff aus einem oder mehreren Wörtern, das die Nutzer bei Suchmaschinen eingeben. Diese indexieren Ihre Seiten vorher und legen fest, für welche Keywords Ihre Seiten relevant sind.

Was man daher früher gemacht hat, war Keyword-Stuffing – also das Vollstopfen von Texten mit Keywords. Die Suchmaschinen dachten: Je häufiger ein Wort auf einer Seite vorkommt, desto relevanter ist es für den Inhalt. Schnell wurde das angepasst, sodass ein Keyword nicht zu häufig vorkommen durfte – denn sonst vermuteten die Suchmaschinenhersteller Manipulation.

Keywords – wie viel darf’s denn sein?

Aus dieser Zeit kommt die Keyworddichte. Das ist die Anzahl der Male, die ein Keyword in Ihrem Text vorkommt dividiert durch die Gesamtzahl der Wörter. Früher strebte man 5 Prozent an, heute gelten 3 Prozent als ein guter Wert.

Aber natürlich sind die Suchmaschinenbetreiber nicht dabei stehen geblieben. Sie verbessern ständig die Qualität der Suchergebnisse. Und das einerseits natürlich durch die Optimierung der Algorithmen. Andererseits aber vor allem mithilfe der Analyse der gigantischen Menge von Suchanfragen und Nutzerdaten, die bei ihnen anfallen.

Das heißt: Google lässt die Menschen für sich arbeiten, um die Suchergebnisse zu verbessern. Und das machen wir alle, ganz umsonst. Denn wir stimmen mit jedem Klick über die Qualität der Suchergebnisse ab. Klicken wir auf einen Link und beschließen wir, dass diese Seite unsere Zeit nicht wert ist, kehren wir nach wenigen Sekunden zurück zur Trefferliste. Und das merkt Google natürlich und schließt daraus, dass dieser Treffer zumindest uns nicht weitergeholfen hat. Geht das ein paar hundert oder ein paar tausend anderen auch so, wird diese Seite heruntergestuft.

Die gute Nachricht: Qualität setzt sich so durch. Sie sollten sich also vor allem darauf konzentrieren, für Nutzer hoch relevante und gute Inhalte zu liefern. Dann erfreuen Sie Ihre Besucher – und die Suchmaschinen werden im Lauf der Zeit auch immer besser erkennen, welche Inhalte gut sind und welche nicht. Und dazu müssen sie sich immer weniger auf die Keywords oder gar die Keyworddichte verlassen.

Keine Keywords mehr?

Natürlich spielen Keywords noch immer eine Rolle – und werden es auch weiterhin. Denn wenn die Begriffe in Ihren Texten nicht auftauchen, nach denen Menschen suchen, dann werden Menschen und möglicherweise auch Suchmaschinen zu dem Schluss kommen, dass diese Texte wohl nicht relevant für diese Anfrage sind.

Sorgen Sie also dafür, dass die Keywords auftauchen in Ihren Texten. Und zwar vor allem hier:

  1. In der URL.
  2. Im Seitentitel. Der Blogpost, die Seite oder Landingpage sollte also möglichst so heißen wie das Keyword bzw. diesen möglichst enthalten.
  3. In den Überschriften.
  4. In der Description.
  5. In den Bilddatei-Namen und Abbildungs-Beschriftungen.

Bei allen diesen gilt: Je weiter oben bzw. vorn, desto besser. Denn ein Schlüsselwort, was oben im Text steht, ist vermutlich wichtiger als eines, welches erst ganz am Ende kommt. Das ist eben nicht nur für Suchmaschinen wichtig, sondern auch für Menschen. Die haben ihr Suchwort im Kopf, wenn sie Ihre Seiten aufrufen. Bringen Sie dieses Suchwort nicht, sind die Besucher schnell wieder fort.

Die Suchmaschinen sind da sogar flexibler. Sie lernen immer besser, auch den Kontext der Seiten zu erfassen und Synonyme zu verstehen. Sie wissen also, dass der Nutzer, der “Deutsche Bank” sucht, wohl kein Interesse an Gartenmöbeln aus Deutschland hat. Oder dass jemand, der nach “Schlüsselwörtern” sucht, wohl auch Seiten interessant findet, auf denen es nur um “Keywords” geht und der Begriff “Schlüsselwort” auf der ganzen Seite nicht einmal vorkommt.

Generell plädiere ich für die gelassene Suchmaschinenstrategie – schreiben Sie so, dass die Inhalte für die Leser gut sind, dann bekommen Sie auch gute Rankings auf den Trefferseiten der Suchmaschinen. Nur wer sehr kompetitiv unterwegs ist und für allgemeine Suchworte wie “Bücher”, “Blumen” oder “Bluetooth-Kopfhörer” auf Seite 1 der Trefferliste landen will, der muss sich richtig ins Zeug legen. Aber dem reichen ein paar Tipps zur Keyworddichte bei weitem nicht aus, der muss richtig einsteigen in die aktuellen Feinheiten der Suchmaschinenoptimierung.