Neue Regeln für Online-Zahlungsmittel

Seit Anfang des Jahres dürfen Händler für gängige bargeldlose Zahlungsmittel bei B2C-Kunden keine Gebühren mehr erheben. Zu diesen Zahlungsmitteln gehören:

  1. SEPA-Überweisungen und SEPA-Lastschriften in Euro
  2. Debit- und Kredit-Karten (streng genommen nur die mit so genanntem "Vier-Parteien-Kartenzahlverfahren", zu denen gehören z.B. Visa und Mastercard, nicht jedoch American Express)

Illustration Paragrafen

Das heißt, wer B2B-Geschäfte macht und über das Internet verkauft, der sollte schnellstens handeln und diese Gebühren streichen. Nach dem neuen § 270a BGB sind diese nicht mehr zulässig.

Paypal und Amazon Checkout sind nicht explizit erwähnt – nachdem diese aber letztlich auch entweder über SEPA oder über Kreditkarte abrechnen, kann man davon ausgehen, dass Gerichte die im Zweifel als dazu gehörig betrachten. Wobei es hier – wie bei juristischen Themen häufig – auch Experten gibt, die anderer Meinung sind.

Letztlich spielt das bei Paypal auch keine Rolle. Denn Paypal hat ebenfalls seit Anfang Januar seine AGB angepasst. Nun ist es darin Händlern verboten, einen Aufschlag für die Zahlung per Paypal zu nehmen.

Die naheliegende Idee, Nutzern von gewünschten Zahlungsmethoden im Gegenzug Anreize wie Ermäßigungen zu geben, ist vom Gesetzgeber auch nicht zugelassen.

Wer nur B2B-Geschäfte macht, der darf in Zukunft nur noch bei kartengebundenen Zahlungsmitteln Gebühren verlangen – spricht, bei Überweisung und Lastschrift auch nicht mehr.

Wer nicht rechtzeitig handelt, von dem können Kunden die zu Urecht erhobenen Gebühren zurückfordern. Außerdem sind Abmahnungen von Wettbewerbern zu befürchten.

Mehr dazu beim Justizministerium z.B. hier: Gesetz zur Umsetzung der Zweiten Zahlungsdiensterichtlinie

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Über den Autor:
Jens Jacobsen

Jens Jacobsen ist Gastautor für das Evalanche-Blog und arbeitet seit 1998 als Konzepter und Berater fürs Web. Er unterstützt etablierte Unternehmen wie auch Startups beim Erstellen von Websites, Apps und interaktiven Anwendungen. Sein Schwerpunkt liegt darauf, die Sicht der Kunden und Nutzer von Anfang an einzubringen.

Er befasst sich mit User und Customer Experience, untersucht Bedürfnisse, Erwartungen und Verhalten der Nutzer und optimiert mit diesem Wissen Bestellprozesse wie auch die gesamte digitale Kommunikation. Auch hilft er Unternehmen bei der Neukundengewinnung und Marketing Automation.

In seinen Büchern „Website-Konzeption“ (1. Auflage 2001, 8. Auflage 2016) und „Praxisbuch Usability & UX“ (2017) gibt er sein Wissen weiter, ebenso bei Coachings und Seminaren.

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