Transaktionsmails – Chancen für mehr Abonnenten & Begeisterung

Die E-Mails mit den höchsten Öffnungsraten sind Transaktionsmails, oft auch Systemmails genannt. Also E-Mails mit Anmeldebestätigungen, Rechnungen, Bestell- oder Versandbenachrichtigungen. Machen Sie sich das zunutze und bieten Sie den Empfängern mehr als eine dürre Bestätigung.

Screenshot Transaktionsmail Thomann

Sichtbar eine Systemmail, doch so formuliert, dass der
Empfänger sich freut (Musikinstrumente-Versand Thomann)

Bis zu 75 Prozent der Transaktionsmails werden geöffnet – ein Traumwert, von dem Newsletter-Versender nur träumen können.

Doch meist ist es mit der Öffnung getan – denn die meisten Transaktionsmails haben keine Handlungsaufforderung (CTA). Das ist schade, denn sie bieten eine große Chance, Cross- oder Upselling zu betreiben oder neue Abonnenten für Ihren Newsletter zu gewinnen.

Professionelle Ansprache

Natürlich ist es wichtig, dass der Empfänger persönlich und korrekt angesprochen wird. Hat er das Gefühl, nur eine Mail zu bekommen, wie sie jeder bekommt, dann sinkt die Wahrscheinlichkeit rapide, dass er die Mail genauer ansieht.

Wichtig ist auch, dass der Empfänger gleich erkennt, dass die Mail von Ihnen ist. Das ist manchmal leichter gesagt als getan, weil die Transaktionsmails oft von einem anderen System kommt, das nicht immer die Gestaltungsmöglichkeiten bietet wie ein modernes Newslettersystem. Sie müssen sich also vielleicht etwas mehr Mühe geben, dass Ihr Branding hier erkennbar wird.

Besonders gut ist es daher, wenn das Backend-System die Mails nicht selbst verschickt, sondern die relevanten Daten an ein Mailsystem übergibt und dieses den Versand übernimmt. So wird z.B. auch die Zustellung sichergestellt und verhindert, dass die Mails im Spamfilter hängenbleiben.

Mit Vorsicht dosieren

Achten Sie darauf, dass die Mail ihren Transaktionscharakter behält. Wirkt sie zu werblich, sinkt die Interaktionsrate mit der Mail wieder deutlich.

Im Zentrum sollte inhaltlich wie auch vom Platz her weiterhin der Grund der Mail stehen (die Transaktion, also die Kaufbestätigung, die Rechnung o.Ä.).

Ein weiterer Grund dafür ist die rechtliche Situation: Haben Sie keine Zustimmung des Empfängers für werbliche Mails, sind Sie stark eingeschränkt.

Tipps für sinnvolle Ergänzungen

In der Transaktionsmail können Sie auch sinnvolle Zusatzprodukte anbieten.

Denkbar sind bei einer Bestellbestätigung z.B. Links zu Artikeln, die die Bestellung des Empfängers gut ergänzen würden. Oder ein Tipp, wie man das erworbene Produkt einrichtet bzw. optimal nutzt.

Auch bietet es sich an, die Empfehlungen mit früheren Bestellungen abzugleichen, oder mit Produkten auf dem Wunschzettel o.Ä. Erkenntnissen.

Hilfe anbieten

Links zu Tutorials sind hilfreich oder, sollte bei der ersten Nutzung etwas schief gehen, zum Support.

Für die Bestellung begeistern

Bei einer Bestellbestätigung können Sie die Entscheidung des Kunden bestärken. So vermeiden Sie, dass Kaufreue (buyer’s remorse) eintritt und der Kunde seine Entscheidung rückgängig macht.

Stellen Sie die Vorteile des Produkts nochmal kurz heraus, berichten Sie von anderen zufriedenen Kunden o.Ä.

Auch der Link zu Kundenzufriedenheitsumfragen ist hier günstig – zum einen, weil Sie hier meist eine hohe Teilnahmequote erreichen. Zum anderen, weil sich der Kunde dadurch wertgeschätzt fühlt – Sie zeigen damit, dass Sie sich für seine Meinung interessieren.

Die Begeisterung teilen

Bei manchen Kundengruppen lässt sich Social Media in Transaktionsmails gut einsetzten.

So zum Beispiel ein angepasster Link zu Twitter, mit dem der Empfänger mitteilen kann, dass er ein Produkt gekauft hat oder Mitglied in einer Community geworden ist.

In Kontakt bleiben

Denken Sie schließlich auch daran, Ihren Newsletter zu verlinken. Erklären Sie dem Empfänger kurz, welche Informationen er erwarten kann und welche Vorteile er davon hat, zukünftig regelmäßig von Ihnen zu hören.

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Über den Autor:
Jens Jacobsen

Jens Jacobsen ist Gastautor für das Evalanche-Blog und arbeitet seit 1998 als Konzepter und Berater fürs Web. Er unterstützt etablierte Unternehmen wie auch Startups beim Erstellen von Websites, Apps und interaktiven Anwendungen. Sein Schwerpunkt liegt darauf, die Sicht der Kunden und Nutzer von Anfang an einzubringen.

Er befasst sich mit User und Customer Experience, untersucht Bedürfnisse, Erwartungen und Verhalten der Nutzer und optimiert mit diesem Wissen Bestellprozesse wie auch die gesamte digitale Kommunikation. Auch hilft er Unternehmen bei der Neukundengewinnung und Marketing Automation.

In seinen Büchern „Website-Konzeption“ (1. Auflage 2001, 8. Auflage 2016) und „Praxisbuch Usability & UX“ (2017) gibt er sein Wissen weiter, ebenso bei Coachings und Seminaren.

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