Vorsichtig fragen = mehr Antworten

Wir alle würden gern möglichst viel von unseren Abonnenten wissen. Freiwillig wollen die uns aber nur so viel wie unbedingt nötig über sich selbst verraten. Daher empfehlen die meisten Experten, die Anmeldeformulare für den Newsletter so kurz wie möglich zu machen – am besten nur mit einem Feld, der E-Mai-Adresse (siehe z.B. 5 Tricks für unwiderstehliche Abo-Aufrufe).

Wie kommen Sie dennoch an relevante Informationen, um die Newsletter zu personalisieren und an die Vorlieben der Empfänger anzupassen?

Die Antwort ist einfach: Sie fragen einfach danach. Um eine ordentliche Antwort zu bekommen, müssen Sie wie im übrigen Leben lediglich zwei Dinge beachten:

  1. Der Zeitpunkt der Frage muss angemessen sein.
  2. Der Gefragte muss verstehen, warum er Ihnen antworten sollte.

Wann frage ich was?

Wie erwähnt, beim Abonnieren sollten Sie nichts riskieren. Fragen Sie zunächst nur nach der E-Mail-Adresse. Wenn Sie unbedingt meinen, noch nach Ansprache und Namen – das aber keinesfalls als Pflichtfelder, sondern rein optional.

Dann, wenn das Abo in trockenen Tüchern ist, kann man weitersehen. Der Nutzer hat den größten Schritt schon gemacht, und Ihnen seine Mailadresse anvertraut. Sie haben Ihm klares Feedback gegeben, dass die Anmeldung erfolgreich war (bzw. dass Sie ihm eine Nachricht gemailt haben, die er bestätigen muss).

Sie können nun, direkt auf der Website, nach Zusatzinformationen fragen. Oder Sie machen das, wenn er auf den opt-in-Link in der Bestätigungsmail geklickt hat, und so zurück auf Ihre Site kommt.

Wie erkläre ich, warum der Abonnent antworten sollte?

Screenshot Onboarding Typeform

Meldet man sich beim Webdienst Typenform an,
kommen danach einige wenige Fragen – genauso
können Sie es bei Ihrer Newsletteranmeldung
machen.

Erklären Sie zusammen mit Ihrer Frage am besten, was der Nutzer davon hat, wenn er Ihnen antwortet. Beschreiben Sie zumindest, dass Sie die Inhalte besser auf seine Interessen anpassen können, wenn Sie diese kennen.

Andere Incentives wie Gutscheine etc. funktionieren an dieser Stelle meist weniger gut. Geld ist als Anreiz immer nur zweite Wahl.

Erklären Sie immer auch, was Sie mit den Daten machen. In ein, zwei Sätzen sollten Sie das direkt auf der Seite tun. Sehen Sie außerdem einen Link zu Ihrer Datenschutzerklärung vor.

Und wenn keine Antwort kommt?

Wenn Sie keine Antwort bekommen, dann können Sie nach angemessener Zeit nochmal nachfragen per E-Mail. Tun Sie das vorsichtig und nicht zu schnell – sonst verärgern Sie die Nutzer eher als dass Sie von ihnen sinnvolle Antworten bekommen.

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Über den Autor:
Jens Jacobsen

Jens Jacobsen ist Gastautor für das Evalanche-Blog und arbeitet seit 1998 als Konzepter und Berater fürs Web. Er unterstützt etablierte Unternehmen wie auch Startups beim Erstellen von Websites, Apps und interaktiven Anwendungen. Sein Schwerpunkt liegt darauf, die Sicht der Kunden und Nutzer von Anfang an einzubringen.

Er befasst sich mit User und Customer Experience, untersucht Bedürfnisse, Erwartungen und Verhalten der Nutzer und optimiert mit diesem Wissen Bestellprozesse wie auch die gesamte digitale Kommunikation. Auch hilft er Unternehmen bei der Neukundengewinnung und Marketing Automation.

In seinen Büchern „Website-Konzeption“ (1. Auflage 2001, 8. Auflage 2016) und „Praxisbuch Usability & UX“ (2017) gibt er sein Wissen weiter, ebenso bei Coachings und Seminaren.

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