Wie Sie mit einem Klick Abonnenten verlieren

Darüber spricht kein Marketer gern: Abonnenten, die sich aus der Empfängerliste verabschieden. Natürlich würden wir alle das gern verhindern – aber dennoch ist das Beenden des Abos eine der wichtigsten Funktionen für jeden Newsletter. Aus Nutzersicht gibt es kaum etwas Ärgerlicheres als ein Newsletter, den er nicht abbestellen kann.

Daher sollten Sie Ihren Abonnenten das Abmelden so leicht machen wie nur irgend möglich.

Inzwischen erleichtern diese Aufgabe mehr und mehr Mailclients. Gmail bietet schon seit Längerem diese Funktion.

Screenshot Gmail Abmelden Newsletter

Bei Gmail steht oben neben der Absenderadresse klein der Link zum Abbestellen eines Newsletters.

Klickt man den Link, fragt Gmail nochmal nach.

Gmail erkennt den Abmelde-Link in der Mail und bietet die einfache Abmeldung im oberen Teil der Seite an, wenn die Mail im Ordner “Werbung” angekommen ist.

Seit ein paar Wochen bietet Apple auf dem iPhone die gleiche Funktion bei seinem eigenen Mailprogramm an.

Erkennt das iPhone Newsletter, bietet es oben den Link “Abmelden” an.
Anders als Gmail verschickt es ein Mail – der Nutzer kommt also hier nicht zur Seite des Betreibers im Browser. ER kann so z.B. keine Fragen zum Grund des Abbestellens beantworten.

Allerdings scheint die Erkennung auf dem iPhone mit deutschen Mails noch nicht besonders gut zu funktionieren. Ich habe das Angebot bisher nur bei englischsprachigen Newslettern bekommen.

Für Apples Mailprogramm auf Laptop und Desktop gibt es Erweiterungen wie Mailbutler, die ebenfalls das Beenden von Newsletterabos mit einem einzigen Klick erlauben.

Abmelden aus Nutzersicht

Ein Klick auf den Abmelde-Link birgt für die Empfänger mehrere Gefahren:

  1. Professionelle Spammer nutzen das als Bestätigung dafür, dass die Mailadresse korrekt ist und die Mails gelesen werden. Die Mailadresse ist somit erst richtig attraktiv als Spamziel geworden.
  2. Besucht der Empfänger die Website des Betreibers zum Abmelden, verrät der Browser viele Details über ihn – seinen Standort, sein Betriebssystem und viele weitere Daten.
  3. Ist das System des Empfängers nicht aktuell, kann über einen einzigen Klick Schadsoftware installiert werden.

Das ist den meisten aber nicht bewusst, daher sollte Sie das alles nicht davon abhalten, einen Abmeldelink vorzusehen.

Nutzer haben heute kein Verständnis mehr dafür, wenn das Beenden des Abos nicht sofort geht, sondern sie noch mehrere Tage Mails von Ihnen bekommen. Das sofortige Abmelden ist mit modernen E-Mail-Marketing-Software problemlos möglich und wird von Newsletterbetreibern somit zu Recht erwartet.

Warum es gut ist, wenn sich Empfänger abmelden

Und Sie selbst haben ebenfalls Vorteile, wenn Nutzer sich einfach abmelden können:

  • Öffnungsrate und Klickrate sind besser, weil nur diejenigen Ihre Mails bekommen, die sich auch wirklich dafür interessieren.
  • Dadurch bekommen Sie auch eine homogenere Zusammensetzung der Empfängerliste. Die Inhalte können Sie so besser auf diese abstimmen.
  • Das Vertrauen in Sie und Ihre Marke wird gestärkt.

Der letzte Punkt ist nicht zu unterschätzen. Machen Sie nicht den Fehler zu denken, dass diejenigen, die auf den Abmelde-Link klicken, sowieso verloren sind. Es gibt viele Gründe, warum man sich abmeldet:

  • Man möchte den Newsletter in Zukunft lieber über den Geschäfts-Account bekommen und bestellt ihn daher für den privaten Account ab (oder umgekehrt).
  • Man wechselt den Mailprovider oder die Firma und hat daher eine neue Mailadresse.
  • Man hat aktuell keinen Bedarf bzw. keine Zeit, sich mit dem Thema zu befassen – wird es aber in ein paar Monaten aber wieder tun. (Man kauft z.B. nicht jede Woche einen neuen Computer oder ein neues Smartphone.)

Und selbst wenn Sie einen Interessenten dauerhaft verlieren sollten – machen Sie ihm das Abbestellen unnötig schwer, wird er seinen Freunden davon erzählen oder seinem Frust in Sozialen Medien Luft machen.

Und, nicht zu vergessen: Sie sind gesetzlich verpflichtet, eine einfache Möglichkeit zur Abmeldung vorzusehen – alles andere als ein Link wird heute als unzumutbar empfunden von den Nutzern.