Zwangsanmeldung für Inhalte – sinnvoll oder schädlich?

Eine beliebte Methode, um auf der Website neue Abonnenten zu gewinnen oder Leads zu generieren, ist es, interessante E-Books, White Paper, Checklisten oder Vorlagen anzubieten.

Wenn solch angebotener Inhalt attraktiv und vor allem nützlich dargestellt wird, dann funktioniert das sehr gut.

Doch ist es sinnvoll, den Nutzer dazu zu zwingen, seine Mailadresse und weitere persönliche Infos anzugeben, um an diese Inhalte zu gelangen?


Screenshot Formular
Die kurze Antwort: Manchmal ja, aber meistens nicht.

Die lange Antwort findet sich in einem interessanten Beitrag von Hoa Loranger, Mitarbeiterin des bekannten Usability-Experten Jakob Nielsen.

Frei zugänglich halten

Frei zugänglich machen sollten Sie Inhalte, die Sie online stellen um…

  • … Ihre Sichtbarkeit bei Suchmaschinen zu erhöhen
  • … sich als Experte darzustellen
  • Fragen zu Ihren Produkten/Dienstleistungen zu beantworten

Das heißt, Fallstudien, Produktdatenblätter und ähnliche Marketingmaterialien sollten immer frei zugänglich sein.

Erst nach Angabe von persönlichen Daten zugänglich machen

Denken Sie daran, wo der Interessent gerade in seiner Customer Journey ist. Steht er kurz vor dem Abschluss und interessiert er sich ernsthaft für Sie bzw. Ihr Produkt, dann wird er eher bereit sein, persönliche Daten preiszugeben.

Inhalte, die hoch relevant für ihn sind, bieten sich dafür an:

  • Umfangreiche Studien
  • Wertvolle White Papers
  • Webinare
  • Trainings (Video, E-Learning etc.)

Vorsichtig Fragen

Denken Sie immer daran: Niemand füllt gern Formulare aus, und die meisten Leute geben ungern Ihre Mailadresse weiter und andere persönliche Daten an.

Halten Sie die Formulare deshalb so kurz wie möglich und fragen Sie nur Dinge, die im direkten Zusammenhang mit dem angebotenen Inhalt stehen.

So nutzen Sie das ganze Potenzial Ihrer Inhalte und schrecken Sie möglichst wenige Interessenten ab.

Mehr Tipps im Originalbeitrag: When to Hide Content Behind Forms and When to Give Content Away

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Über den Autor:
Jens Jacobsen

Jens Jacobsen ist Gastautor für das Evalanche-Blog und arbeitet seit 1998 als Konzepter und Berater fürs Web. Er unterstützt etablierte Unternehmen wie auch Startups beim Erstellen von Websites, Apps und interaktiven Anwendungen. Sein Schwerpunkt liegt darauf, die Sicht der Kunden und Nutzer von Anfang an einzubringen.

Er befasst sich mit User und Customer Experience, untersucht Bedürfnisse, Erwartungen und Verhalten der Nutzer und optimiert mit diesem Wissen Bestellprozesse wie auch die gesamte digitale Kommunikation. Auch hilft er Unternehmen bei der Neukundengewinnung und Marketing Automation.

In seinen Büchern „Website-Konzeption“ (1. Auflage 2001, 8. Auflage 2016) und „Praxisbuch Usability & UX“ (2017) gibt er sein Wissen weiter, ebenso bei Coachings und Seminaren.

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