Wie erkenne ich, dass ich zu viele Mails verschicke?

“Verschicken Sie häufiger Mails” ist eine häufige Empfehlung auf Social Media Konferenzen empfohlen. Wenn es Ihnen geht wie mir, dann haben Sie dabei gemischte Gefühle. Woher weiß ich, dass ich nicht zu viele Mails verschicke und die Empfänger nerve?

Warum haben wir dieses Gefühl? Weil wir falsch denken. Wenn wir dieses Gefühl haben, denken wir, wir verschicken etwas, um den Empfängern etwas zu verkaufen. Um sie um etwas zu bitten. Aber ein guter Newsletter, den diese freiwillig abonniert haben, wird von den Abonnenten anders wahrgenommen. Sie bekommen etwas von jemandem, dem sie zumindest soweit vertrauen, dass sie ihm ihre Mailadresse geben. Dass sie regelmäßig in ihrem notorisch überfüllten Posteingang eine Nachricht von ihm sehen wollen.

Betrachten Sie Ihren Newsletter also als das, was er ist: Etwas, von dem beide Seiten etwas haben. Und die Tatsache, dass die Abonnenten noch dabei sind, zeigt, dass Sie gute Arbeit geleistet haben und Sie ihnen Dinge schicken, die sie interessieren. Und wer würde nicht gern noch mehr Interessantes haben?

Die Statistik sagt: Mehr ist besser

Verschiedene Untersuchungen mit insgesamt Milliarden von verschickten Mails zeigen: Mehr ist besser. Zwar ist die Response-Rate pro Aussendung höher, wenn Sie seltener Mails verschicken. Aber wenn Sie mehr Mails verschicken, dann ist die Response insgesamt pro Zeiteinheit höher.

Ein Beispiel: Sie verschicken einmal pro Woche einen Newsletter an 1000 Empfänger. Die Responsrate liegt bei 4 Prozent. In vier Wochen haben Sie also 40 * 4 = 160 Kontakte.

Verdoppeln Sie nun die Frequenz auf zweimal pro Woche, sinkt die Responsrate auf 3 Prozent. Auf vier Wochen haben Sie in dem Fall 30 * 4 * 2 = 240 Kontakte.
Mit der Verdoppelung der Frequenz haben Sie die Kontaktzahl also um 50 Prozent gesteigert, obwohl die Responsrate um 25 Prozent gesunken ist.

Die Statistik sagt auch: Nicht übertreiben

Die Argumente für häufigere Versendungen liegen also auf der Hand. Aber sichergehen sollte man trotzdem, dass man es nicht übertreibt. Auch wenn die meisten gern ins Kino gehen, will das doch kaum jemand jeden Abend tun.

Jedem ist intuitiv klar, dass sich die Frequenz nicht beliebig steigern lässt. So wie Sie mehr Geld verdienen können, wenn Sie Ihre Produkte teurer machen, können Sie mit diesem Schritt auch weniger verdienen – wenn zu viele Ihrer Kunden nicht bereit sind, die Preiserhöhung mitzumachen.

Bei Befragungen gaben ein Drittel der Teilnehmer an, dass Sie das Abo eines Newsletters beendet haben, weil dieser zu häufig kam.

Besonders langfristig kann die Taktik, möglichst viele Mails zu schicken, also auch das Gegenteil des Gewünschten erreichen.

Und nicht vergessen darf man natürlich, dass mehr Mails auch erstmal geschrieben werden wollen. Sie müssen also noch häufiger Inhalte finden, die für Ihre Empfänger relevant sind. Wenn Sie sich schon bei der aktuellen Frequenz schwer tun, wird eine Steigerung kaum möglich sein.

Und auch betriebswirtschaftlich betrachtet kann es sein, dass es sich nicht lohnt, mehr zu verschicken. Dann, wenn der Zusatzaufwand höher ist als das Umsatzplus durch die Erhöhung der Frequenz.

Daran erkennen Sie, das die Frequenz zu hoch ist

  • Die Zahl der Abmeldungen steigt deutlich
  • Öffnungsrate und Klickrate sinken deutlich
  • Beschwerden über die zu hohe Frequenz

Wenn Sie solche Beschwerden unaufgefordert bekommen, dann müssen Sie schon ganz schön übertreiben. Besser ist es, wenn Sie es früher schon merken. Das geht zum Beispiel, wenn Sie die Abonnenten beim Austragen aus der Liste bitten, den Grund für ihre Kündigung anzugeben.

Daran erkennen Sie, dass die Frequenz höher sein könnte

  • Die Bounce-Rate ist höher als im Branchenvergleich
  • Öffnungsrate und Klickrate sind bei jeder Aussendung sehr unterschiedlich

Andere messbare Größen lassen sich kaum finden. Aber man kann davon ausgehen, dass die meisten tendenziell eher zu wenig verschicken.

Tipps für das richtige Maß

Wie finden Sie jetzt für Ihren persönlichen Newsletter die richtige Versendungsfrequenz? Letztlich nur durch Ausprobieren.

Folgende Regeln sollten Sie aber in jedem Fall beachten:

  • Verschicken Sie Ihren Newsletter regelmäßig. Am besten auch immer am gleichen Wochentag und zur gleichen Uhrzeit.
  • Machen Sie von Anfang an klar, wie häufig Sie Mails schicken werden.
  • Nutzen Sie Segmentierung (siehe Nutzersegmentierung – jedem nach seiner Fasson). Damit stellen Sie die Relevanz für jeden einzelnen Empfänger sicher. Und verschiedene Segmente können unterschiedlich häufig beschickt werden.
  • Auch Personalisierung der Inhalte hilft, die Relevanz zu steigern.
  • Denkbar ist auch, jeden Nutzer seine persönliche Einstellungen festlegen zu lassen. Auf einer Auswahlseite kann er z.B. angeben, welche Newsletter zu welchen Themen er von Ihnen möchte.
  • Testen, Testen, Testen. Und dann optimieren.

Finden Sie das Optimum – das geht nur bei jedem einzelnen Verteiler individuell. Alle Regeln können nur Faustregeln sein, es kommt ganz auf Ihre Empfänger und auf Ihre Inhalte an.




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