Personalisierung wird überbewertet

Kennen Sie Mails, die so beginnen?

Hallo <Kundenname>!

Das ist natürlich erstmal ein technischer Fehler. Wenn der Kunde bei der Anmeldung zum Newsletter seinen Namen nicht eingibt, sollte eine generische Anrede eingebaut werden beim Verschicken der Mail. Aber steckt nicht zusätzlich dahinter noch ein konzeptionelles Problem?

Wir wissen: Je relevanter ein Mail für den Empfänger, desto wahrscheinlicher ist, dass dieser es liest. Und dass er am Ende unserer Handlungsaufforderung folgt.

Und wir haben gelernt: Personalisierung ist gut.

Screenshot Mailing Hornbach

Eine generische Anrede im Newsletter ist nicht verkehrt. Überlegen Sie auch, ob Sie überhaupt eine Anrede brauchen –
auf der Website begrüßt man die Nutzer ja auch seit Jahren nicht mehr.

Daher fragen sehr viele Anmeldeseiten für Newsletter Vor- und Nachname der neuen Abonnenten ab – obwohl das nachweislich dazu führt, dass weniger Besucher abonnieren. Jedes zusätzliche Formularfeld verringert die Erfolgsquote eines Anmeldeformulars.

Die Namen werden dann genutzt, um die Empfänger persönlich anzusprechen. Normalerweise in der Anrede, manchmal sogar schon in der Betreffzeile.

In der Betreffzeile kann der Name die Öffnungsrate der Mail erhöhen, weil der Nutzer sich tatsächlich persönlich angesprochen fühlt. Er hat (normalweise unbewusst) das Gefühl, die Mail sei auf ihn persönlich zugeschnitten.

Aber als Anrede im E-Mail-Text? Hat der eigene Name hier tatsächlich eine positive Wirkung? Kann er wirklich einen Einfluss darauf haben, ob die Inhalte gelesen werden? Oder ob er der Handlungsaufforderung folgt?

Hinzu kommt:

  1. Viele Nutzer geben nicht ihren richtigen Namen an. Das führt dazu, dass Sie regelmäßig Mails verschicken, in denen etwas wie „Sehr geehrter Herr Peter Pan“ steht.
  2. Viele Nutzer geben ihre Namen ganz in Klein- oder Großbuchstaben an, manche vertippen sich auch. Sie bekommen dann eine Anrede wie „Sehr geehrter Herr jens jacobsn“.
  3. Mit der Personalisierung kann leicht etwas schief gehen. Siehe oben, „Hallo <Kundenname>!“.

Doch der wichtigste Punkt ist aus meiner Sicht: Der Nutzen der persönlichen Anrede ist zweifelhaft. Der Schaden bei der Anmeldeseite ist aber erwiesen. Daher würde ich kritisch abwägen, den Namen der Abonnenten zu erheben. Nur wenn ich den sowieso habe, weil der Abonnent etwa Kunde bei mir ist, würde ich den Namen tatsächlich zur personalisierten Anrede nutzen.

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Über den Autor:
Jessica Schulz

Jessica Schulz hat in München ihren Bachelor of Arts in Business Psychology und einige Jahre später berufsbegleitend ihren Master of Science in Marketing & Communications absolviert. Als Redakteurin schreibt sie über aktuelle Themen rund um’s digitale Marketing. Ob Social Media, E-Mail Marketing, Marketing-Automation oder Lead-Management, die theoretischen Grundlagen des Studiums, inklusive der Kombination aus Marketing und Psychologie, sowie die beruflichen Erfahrungen in der Marketingkommunikation, bilden hierfür eine optimale Basis.
Wenn Jessica nicht gerade in den Tiefen der Digitalisierung steckt, bereist sie gerne die ganze Welt, um fremde Länder und Kulturen zu entdecken.

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